Sie kennen doch Johannes Bückler? Ja, genau den „Schinderhannes“, der in den Jahren 1796 bis 1802 sein abenteuerliches Räuberdasein zwischen Saarbrücken und Mainz verlebte.
Sie fragen sich jetzt bestimmt: Und was hat dieser Spießgeselle mit dem Gasthaus „Zum Steinernen Mann“ zu tun? Nun, dann lesen Sie mal die folgende Geschichte:
Vor weit mehr als 200 Jahren befand sich in der Dorfmitte zu Ulmet ein stattliches Anwesen, dessen Eigentümer der Herzog Christian von Zweibrücken war. Im Jahre 1798 wurde die Immobilie von der französischen Herrlichkeit beschlagnahmt und meistbietend versteigert. Ganz offensichtlich mussten sie pekuniären Zwängen nachgeben, denn der Erlös ging nach Paris – das Haus an die jüdische Familie Herz Mayer.
Am 29. Juni 1801, nur wenige Monate vor dem Ende seiner Räuberkarriere, soll „Schinderhannes“ die Familie Mayer überfallen, ausgeraubt und sogar gefoltert haben. Die Beute muss für damalige Verhältnisse sehr beachtlich gewesen sein. Und weil sich die eingeschüchterte Ulmeter Dorfbevölkerung außer Stande sah, den Mayers zur Hilfe zu eilen, verdonnerte das Gericht in Trier die Gemeinde Ulmet wegen unterlassener Hilfeleistung zu 7.000 Franken Schadenersatz. Schon zur damaligen Zeit waren die „Staatskassen“ wohl ebenso leer geräumt, wie heute. Und so musste die Gemeinde ihre wertvollsten Eichen aus dem Gemeindewald fällen und verkaufen, um den gerichtlichen Auflagen nachkommen zu können. Die Mayers nahmen das Geld und wanderten nach Amerika aus.